Bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres haben auch junge Volljährige noch Anspruch auf Leistungen nach dem Kinder- und Jugendhilferecht. Voraussetzung dafür ist, dass ihre Persönlichkeitsentwicklung eine selbstbestimmte, eigenverantwortliche und selbständige Lebensführung nicht gewährleistet.
In begründeten Einzelfällen (z.B. in Verbindung mit Eingliederungshilfe) kann eine Hilfegewährung auch über das 21. Lebensjahr hinaus erfolgen.
Dauer der Unterstützung: In der Regel begleiten wir den jungen Erwachsenen über zwei bis drei Jahre.
Individuell und flexibel: Termine finden regelmäßig im Einzelkontakt mit der Fachkraft und dem jungen Erwachsenen statt. Bei Bedarf wird die Herkunftsfamilie mit einbezogen.
Lebensweltorientierung und Erfahrungsräume schaffen: Besuche im häuslichen Umfeld, Ausflüge in anregende Umgebungen, z.B. Natur oder kulturelle Einrichtungen, aber auch erlebnispädagogische Aktivitäten rahmen die Hilfe.
Unterstützung bei Terminen: Begleitung zur Agentur für Arbeit, Wohnungssuche, Schuldenregulierung.
Soziale Integration: Förderung von Teilhabe im Lebensumfeld, z.B. in Schule, Ausbildung oder Freundeskreis.
Perspektivenentwicklung: Unterstützung beim Erarbeiten realistischer schulischer und beruflicher Zukunftspläne.
Kompetenzstärkung: Ausbau emotionaler und sozialer Fähigkeiten zur Förderung von Selbstvertrauen und Beziehungsfähigkeit.
Alltagsbewältigung: Hilfe im Umgang mit Krisen und bei der Strukturierung alltäglicher Anforderungen. Überwindung von Isolation und Perspektivlosigkeit.
Freizeitgestaltung: Förderung sinnvoller Aktivitäten, die persönliche Interessen und soziale Kontakte stärken.
Verselbständigung: Ablösung von belastenden Herkunftsstrukturen und Entwicklung eigenständiger Lebenswege.
Systemische Perspektive: Der junge Erwachsene wird im Kontext seiner Familie, Peergroup und Lebenswelt gesehen.
Partizipation: Der junge Erwachsene gestaltet die Hilfe aktiv mit und seine Anliegen stehen im Mittelpunkt.
Ressourcenorientierung: Der Blick richtet sich auf Fähigkeiten, Potenziale und Chancen, nicht nur auf Defizite.
Beziehungsarbeit: Eine verlässliche, vertrauensvolle Beziehung ist Grundlage der pädagogischen Arbeit.
Lebenswelt- und Alltagsnähe: Unterstützung erfolgt dort, wo der junge Erwachsene seinen Alltag gestaltet, in Schule, Freizeit, Familie oder im Sozialraum.
Wertschätzung und Diversität: Wir begegnen den jungen Erwachsenen mit Respekt und Offenheit, unabhängig vom kulturellen Hintergrund, geschlechtlicher Identität oder sexueller Orientierung. Vielfalt sehen wir als Bereicherung.
Verbindlichkeit und Transparenz: Absprachen sind klar, nachvollziehbar und orientieren sich an gemeinsam vereinbarten Zielen.