Viele Familien stehen heute unter hohem Druck durch finanzielle Unsicherheiten, Arbeitslosigkeit oder beengte Wohnverhältnisse. Hinzu kommen Konflikte in der Erziehung, Überforderung im Alltag sowie psychische oder gesundheitliche Belastungen einzelner Familienmitglieder. Auch Trennungssituationen, Suchtprobleme oder soziale Isolation können dazu führen, dass sich Eltern belastet und überfordert fühlen und an ihre Grenzen stoßen.
Die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) ist eine aufsuchende Hilfe und unterstützt die ganze Familie, Herausforderungen zu bewältigen und gemeinsam individuelle Lösungen zu entwickeln. Es ist eine Hilfe, welche die Selbsthilfe fördern soll. Dabei geht es um die Unterstützung bei Erziehungsaufgaben und um die Bewältigung von Alltagsproblemen im familiären Kontext. Auch kann eine SPFH, je nach Bedarf und im Hilfeplan formulierten Zielen, z.B. beim Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen.
Es gilt: „So viel Hilfe wie nötig, aber so wenig Hilfe wie möglich“. Das Ziel unserer Hilfe (zur Selbsthilfe) ist es, das Familiensystem langfristig zu stärken und uns als Familienhelfer*in wieder überflüssig zu machen.
UNSERE VORGEHENSWEISE
Dauer der Unterstützung: In der Regel begleiten wir Familien über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren.
Individuell und flexibel: Termine finden regelmäßig sowohl mit der gesamten Familie als auch mit einzelnen Familienmitgliedern direkt im häuslichen Umfeld statt.
Unterstützung bei Terminen: Bei Bedarf begleiten wir Familien zu wichtigen Gesprächen in anderen Institutionen, z.B. Schule, Psychotherapie, Agentur für Arbeit.
MÖGLICHE ZIELE UND METHODIK
Familienressourcen aktivieren: Wir unterstützen Familien dabei, ihre individuellen Stärken, Kompetenzen und Ressourcen zu erkennen und nachhaltig zu nutzen. Hilfreich erleben wir hierbei insbesondere den Einsatz systemischer Arbeitsmittel wie Familienbrett, Genogramm, Soziogramm, Skalierungen und zirkuläre Fragen. Diese Methoden eröffnen neue Perspektiven, machen Beziehungsmuster sichtbar und fördern nachhaltige Veränderungsprozesse.
Partizipative Lösungsentwicklung: Gemeinsam mit den Familien erarbeiten wir realistische und alltagsnahe Handlungsschritte.
Prävention und Schutz: Neben der alltäglichen Unterstützung werden auch präventive Strategien entwickelt, um Belastungen zu reduzieren und Kinder nachhaltig zu schützen.
Förderung von Teilhabe und Inklusion: Familien werden ermutigt und begleitet, aktiv am sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Kooperation und Vernetzung: Wir arbeiten lösungsorientiert und multiprofessionell mit Jugendämtern, Schulen, Kitas, Beratungsstellen und weiteren Partnern zusammen.
UNSERE HALTUNG
Systemische Perspektive: Wir betrachten Familien im Kontext ihrer Beziehungen, Lebenswelten und gesellschaftlichen Bedingungen.
Partizipation und Empowerment: Kinder, Jugendliche und Eltern gestalten den Hilfeprozess aktiv mit. Hilfe zur Selbsthilfe steht im Mittelpunkt.
Wertschätzung und Diversität: Jede Familie wird in ihrer Einzigartigkeit und Unterschiedlichkeit respektiert. Unabhängig von Herkunft, Lebensform, Religion, Kultur oder Identität. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass das Kindeswohl stets im Mittelpunkt unseres Handelns steht.
Kinderschutz: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Vernachlässigung, Gewalt und Übergriffen ist zentraler Bestandteil unseres Handelns.
Transparenz und Verbindlichkeit: Klare Absprachen, Datenschutz und überprüfbare Ziele prägen unsere Zusammenarbeit.